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Alice in Chains
(1987-2002)



Alice In Chains , gegründet 1987 in Seattle, begründeten ihren Erfolg auf einem Mißverständnis. Sie profitierten vom Grunge-Boom ihrer Heimatstadt, obwohl sie weit stärker Ästhetik und Image einer klassischen Hard Rock-Band "im düsteren Black Sabbath/Led Zeppelin-Stil" ("Rolling Stone") repräsentierten. Nichts weniger als alternativ oder independent, galten sie unter Kollegen als erstes Synonym für den Ausverkauf der Grunge-Szene. Mit ausgeprägtem Stargestus, permanenten Skandalen und anhaltenden Drogenproblemen wurde die Band in keiner Weise jenem Nimbus gerecht, der von ihren Szene-Kollegen Nirvana, Pearl Jam, Mudhoney oder Soundgarden geschaffen und gepflegt wurde.

Um so überzeugender bedienten sie das alte Klischee von Sex & Drugs & Rock&Roll. Layne Staley (voc), geboren am 22. August 1967 in Bellevue, Washington, hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit einer Band namens Alice In Chains gearbeitet, bevor er das Logo mit Jerry Cantrell (g), geboren am 18. März 1966 in Tacoma, Washington, Mike Starr (bg), geboren am 4. April 1966 in Honolulu, Hawaii, und Sean Kinney (dr), geboren am 27. Mai 1966 in Seattle, wieder neu aufleben ließ.

Schon die schleppenden Tracks der Debüt-EP We Die Young (1990) gaben Aufschluß über die düsteren Obsessionen der Band und verschafften ihr einen Job als Opener für Poison. Mit einem Plattendeal von Columbia in der Tasche spielten sie das Album Facelift (1990) ein, dessen Hit Man In The Box von der MTV-Show "Beavis & Butthead" zur Hymne stilisiert wurde. Gemeinsame Tourneen mit Megadeth und Slayer untermauerten den Metal-Charakter von Alice In Chains.

An ihrer Grunge-Reputation änderte das wenig, denn durch ihre Mitwirkung an dem erfolgreichen Grunge-Film Singles rückten sie wieder in unmittelbare Nähe der anderen Seattle-Bands. Nicht ohne Kalkül hüllte sich die Band fortan in grungiges Flanell. Trotz der weitgehend akustisch-psychedelischen anmutenden EP Sap (1991) folgten Ende 1991 und Anfang 1992 weitere Tourneen als Support für Van Halen und Ozzy Osbourne. Tonnenschwere Rock- und Blues-Balladen enthielt hingegen das zweite Fulltime-Album Dirt (1992), das auf Platz 6 der amerikanischen Charts gelangte und sich bis Januar 1995 drei Millionen Mal verkaufte. Staleys klagende Stimme sollte nie wieder so charismatisch wie auf diesem Meisterwerk klingen.

Auf der anschließenden Tour wurde Starr von Ozzy Osbournes ehemaligem Bassisten Mike Inez, geboren am 14. Mai in San Fernando, Kalifornien, abgelöst. Nach der Beteiligung am '93er Lollapalooza-Festival nahm die Band in London innerhalb einer Woche die EP Jar Of Flies (1994) auf, die als erste EP der Geschichte Platz 1 der amerikanischen Billboard-Charts belegte. Doch der Erfolg konnte nicht über erste Ermüdungserscheinungen hinwegtäuschen.

"Die Band hatte sich nach eigener Aussage totgelaufen. Die Erschlaffung war so überwältigend, daß Leute, die sie backstage trafen, sagten, es wäre schmerzhaft, sich mit ihnen in einem Raum aufzuhalten" ("MTV-Online").

Von Staley, dessen Drogenprobleme kein Geheimnis waren, ging kurzzeitig sogar das Gerücht um, er wäre tot. Indessen gründete er gemeinsam mit Mike McCready von Pearl Jam, Barrett Martin von den Screaming Trees und John Baker Saunders die Band Gacy Bunch, die ein Jahr später in Mad Season umbenannt wurde und das wegen seiner Solidität von der Kritik gefeierte Album Above (1994) veröffentlichte.

Die verbliebenen drei Musiker von Alice In Chains arbeiteten zunächst im Trio weiter, schrieben neues Material und überredeten Staley im Frühjahr 1995, in den Schoß der gemeinsamen Band zurückzukehren.

Auf Alice In Chains (1995) schlug das Quartett einen stilistischen Haken in Richtung Byrds und Buffalo Springfield, ohne jedoch auch nur entfernt an die Dichte und innere Logik der Vorgänger-Alben anzuschließen. Das songschreiberische Potential der Gruppe, die einmal mehr Position 1 der Charts erklimmen und zwei Millionen Einheiten absetzen konnte, hatte sich weitgehend erschöpft.

Die "Living Dead der Seattle-Szene" ("Visions") nahmen noch an mehreren Tribute Compilations teil und brachten das für Mitte der Neunziger beinahe unvermeidliche Unplugged-Album (1996) heraus, für das Mike Ohlson als zweiter Gitarrist hinzustieß. Am Ende verloren sie sich aber in den Drogenproblemen einzelner Mitglieder und kriegten keine nennenswerte gemeinsame Arbeit mehr zustande. 1998 brachte sich Jerry Cantrell mit dem Solo-Album Boggy Depot in Erinnerung, an dem auch Kinney und Inez beteiligt waren. Die Songs für das Projekt waren eigentlich für eine weitere Alice In Chains-Platte gedacht, zu der es aber wegen Problemen mit Staley nicht mehr kam.

Im April 1999 kehrte die Band dann doch noch einmal ins Studio zurück, um in endlosen, ermüdenden Sessions zwei neue Tracks für ein 4-CD-Boxset aufzunehmen. Am 5. April 2002 endete die Geschichte von Alice In Chains unwiderruflich, wenn auch nicht unerwartet, als Staley in seinem Appartement in Seattle einer Speedball genannten Mixtur von Kokain und Heroin zum Opfer fiel.



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